Wie sieht ein typischer Arbeitstag von dir aus?
Einen «typischen» Arbeitstag gibt es eigentlich nicht – und genau das gefällt mir an diesem Beruf. Als Key Account Managerin bin ich die zentrale Ansprechpartnerin für meine Kundinnen und Kunden – also diejenigen, die ihre Organisation, ihre Märkte und ihre internen Rahmenbedingungen kennen. Ein typischer Arbeitstag umfasst daher strategische Gespräche, Prozessanalysen, die Ausarbeitung von Offerten, die Koordination mit unseren Teams und natürlich die operative Leitung der Projekte.
Was gefällt dir am Kundenkontakt?
Dass jede Person, jedes Unternehmen mit einer anderen Fragestellung zu uns kommt. Ich finde es spannend zu verstehen, was hinter einer Anfrage steckt: Warum dieser Text? Für welche Zielgruppe? In welchem Kontext? Und ich mag den Moment, in dem aus einem einfachen Auftrag eine echte Vertrauensbeziehung entsteht.
Was beschäftigt Kundinnen und Kunden heute?
Der Mehrwert: Wo bewirkt unsere Arbeit für die Kundin, den Kunden ganz konkret einen Unterschied? Texte liefern, das können viele. Eine Terminologie strukturieren, Prozesse effizienter gestalten und entscheiden, wo der Einsatz von KI sinnvoll ist und wo nicht – genau dort schaffen wir einen messbaren Nutzen. Und genau darüber möchten meine Kundinnen und Kunden heute sprechen.
Wo geht es längst nicht nur um Übersetzung?
Praktisch überall. Nehmen wir zum Beispiel eine internationale Produkteinführung: Es gilt, eine Terminologie festzulegen, für jeden Markt eine passende Tonalität zu definieren, zu entscheiden, welche Inhalte übersetzt und welche neu erstellt werden, und dabei auch die lokale Suchmaschinenoptimierung, regulatorische Anforderungen sowie Bilder zu berücksichtigen. Der Text ist dabei nur ein Element von vielen. Unsere Arbeit besteht oft darin, all das im Vorfeld zu strukturieren. Die Übersetzung ist dann das Ergebnis eines Gesamtkonzepts – und keine isolierte Dienstleistung.
Welche Lösungen überraschen oft?
Oft sind es gerade die kostengünstigsten. Ein gut aufgebautes Glossar und eine sorgfältig erstellte Corporate Language bedeuten zwar einige Wochen Arbeit, sparen aber über Jahre hinweg Zeit und Geld – und verbessern gleichzeitig die Konsistenz der Kommunikation deutlich. Und dann ist da noch die KI: Viele glauben, man müsse sich zwischen «alles automatisieren» und «alles von Hand machen» entscheiden. Die richtige Lösung ist fast immer eine ausgeklügelte Kombination – je nach Art der Inhalte. Genau darin liegt die Aufgabe der Beratung: diese passende Kombination zu definieren.
Wann wird ein Projekt besonders spannend?
Wenn es auf den ersten Blick unmöglich erscheint – zwölf Sprachen, ein aussergewöhnliches Format, ein enger Zeitplan, hochspezialisierte Inhalte. Dann braucht es Kreativität, Organisation und ein starkes Team.
Am meisten in Erinnerung bleiben mir aber die Projekte, die mit einem weissen Blatt beginnen. Ein Kunde sagt uns etwa: «Wir haben unsere mehrsprachige Kommunikation nicht mehr im Griff, helft uns, wieder Klarheit zu schaffen.» Dann analysieren wir die Situation, setzen Lösungen um und passen sie laufend an. Ein Jahr später schauen wir gemeinsam auf die Zahlen: kürzere Durchlaufzeiten, tiefere Kosten, eine gleichbleibend hohe Qualität. Dann sprechen wir nicht mehr davon, ein Dienstleister zu sein, sondern ein echter Partner.
Was macht für dich gute Zusammenarbeit aus?
Für mich beruht eine gute Zusammenarbeit auf drei Dingen: Transparenz – ich sage offen, was machbar ist und was nicht; Kontext – je besser ich ein Unternehmen und seine Ziele verstehe, desto hilfreicher kann ich beraten; und Kontinuität – die besten Lösungen entstehen nicht in einem einzelnen Projekt, sondern aus einer langfristigen Zusammenarbeit heraus.
Was hast du von Kundinnen und Kunden gelernt?
Jede Branche hat ihre eigene Logik, ihre eigene Sprache und ihre eigenen Rahmenbedingungen – und es ist immer besser, eine Frage mehr zu stellen, als von einer Annahme auszugehen.
Julie, bitte vervollständige diese Sätze:
Ein guter Tag beginnt für mich mit …
einem Spaziergang mit meiner Hündin Moka.
und endet am liebsten mit …
einem guten Buch.
Wenn ich nicht arbeite, findet man mich oft …
in den Bergen.
Mein Lieblingsort ist …
dort, wo die Menschen sind, die ich liebe.
Wenn ich eine Sprache sofort perfekt sprechen könnte, wäre das …
Japanisch.
Das geht gar nicht:
der Geruch von Zigarettenrauch.
Das geht immer:
Tanzen (Lindy Hop, Boogie-Woogie).
Drei Dinge, die ich immer dabeihabe:
mein Handy, meine Kopfhörer, meine Sonnenbrille.
Haben Sie Fragen oder sind Sie an einer Zusammenarbeit interessiert?
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