Was hast du davor gemacht?
Bereits während meiner Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin habe ich mich ins Dolmetschen verliebt. Von da an war mein Weg klar: Ich ging mit vielen Socken und meinem Traum im Gepäck in den Norden Englands, um dort zu studieren.
Zunächst habe ich das Bachelorstudium in «English for International Corporate Communications» abgeschlossen, anschliessend den Master in «Interpreting and Translation». Der Bachelor war stark wirtschaftlich geprägt, was aber auch sehr wichtig war. Denn schliesslich beeinflussen kulturelle Unterschiede Kommunikation und Entscheidungen massgeblich.
Wie würdest du deinen Job in drei Sätzen beschreiben – als Project Managerin und als SEO/GEO-Spezialistin?
Auf jeden Fall als sehr vielfältig – kein Tag gleicht dem anderen. Ich bin täglich mit Kundinnen und Kunden sowie Linguistinnen und Linguisten in Kontakt und kann dadurch sowohl meine Kreativität ausleben als auch mein technisches Wissen anwenden. Die Aufträge kommen aus allen Branchen und besonders freue ich mich, wenn eine neue Website zur Übersetzung angekündigt wird.
Du berätst Kundinnen und Kunden schon bei der Auftragserteilung: Worauf achtest du, damit es später in der Umsetzung rund läuft?
Vollständigkeit ist am wichtigsten. Haben wir alle Angaben? Sind alle Dateien vorhanden und komplett? Muss noch etwas geklärt werden? Für unsere Kundinnen und Kunden möchte ich ein Rundum-sorglos-Paket anbieten. Deshalb klären wir frühzeitig alle offenen Punkte – so läuft die Umsetzung später reibungslos.
SEO & Mehrsprachigkeit: Was sind die häufigsten Stolpersteine, wenn Websites oder Inhalte mehrsprachig umgesetzt werden – und wie kann man sie von Anfang an vermeiden?
Ich denke, drei der häufigsten Stolpersteine sind:
- Textlängen: Vor allem bei der Übersetzung ins Französische und Italienische ist der Text erfahrungsgemäss meist ca. 10 % länger als im Deutschen. Ist man sich dessen nicht von Anfang an bewusst, kann das bedeuten, dass man nachträglich das Layout der Website anpassen muss.
- Sprachliche und kulturelle Unterschiede: Bei der Suchmaschinenoptimierung (SEO) unterscheiden sich die Keywords in den einzelnen Sprachen oft stark. Jede Kultur und jede Sprache sucht anders. Dessen sollte man sich bewusst sein.
- Implementierung: Unsere Kundinnen und Kunden nutzen eine Vielzahl an unterschiedlichen Content-Management-Systemen (CMS). Jedes hat seine Eigenheiten. Manche exportieren sehr interessante Formate, was wiederum die Frage aufwirft: Wie übersetzt man das? Wir können aber häufig eine Lösung finden mit Plugins oder Schnittstellen. Wichtig ist, dass diese Punkte frühzeitig geklärt und getestet werden.
Für ein Webseitenprojekt empfehle ich immer ein Kick-off-Meeting. So können wir diese und weitere Stolpersteine gemeinsam besprechen.
Du unterstützt auch unsere Project Manager in der Umsetzung bei SEO: Wie sieht das konkret aus?
Häufig bin ich bereits bei der Offerterstellung involviert: Wie viel Zeit wird benötigt? Wie viele Webseiten liegen vor? Hier bringe ich mein SEO-Know-how ein und unterstütze die anderen Project Manager bei der Einschätzung.
Im weiteren Verlauf begleite ich auch Kick-off-Meetings und Briefings mit unseren Kundinnen und Kunden. Dabei klären wir Erwartungen und schaffen die Grundlage für eine passgenaue Umsetzung.
Konkret für SEO bedeutet das: Ich recherchiere Keywords und erstelle eine strukturierte Übersicht mit Empfehlungen. Nach der Übersetzung und Freigabe geht es in die Umsetzung – hier arbeiten wir mit klaren Vorgaben wie Zeichenbegrenzungen (z. B. 50–60 Zeichen inkl. Leerschläge für Meta-Titel auf Desktop) oder individuellen Anforderungen der Kundschaft.
Mein Tipp: Wer an einem mehrsprachigen Projekt arbeitet, sollte bewusst auch einen Blick in andere Sprachversionen werfen – das eröffnet oft neue Perspektiven.
GEO ist aktuell das neue Schlagwort neben SEO. Hier wirst du dich zukünftig verstärkt einbringen. Was fasziniert dich am Thema – und welche typischen Fragen erwartest du am häufigsten?
Viele Kundinnen und Kunden stellen sich zunächst die Frage: Was ist GEO – und ist das für unser Unternehmen überhaupt relevant? Direkt danach folgt meist: Wie lässt sich das konkret umsetzen?
KI ist ein sehr spannendes Thema. Es kommen ständig neue Tools auf, die Prozesse unterstützen. Man darf hier nicht unterschätzen, wie diese Tools für mehr Sichtbarkeit sorgen können. Userinnen und User scrollen teilweise nicht mehr zu den Suchresultaten, sondern finden «ihre Lösung» bereits in der KI-Antwort ganz oben in der Suchmaschine. Ein Bestandteil von GEO ist daher, mögliche relevante Fragen auf der eigenen Website konkret zu beantworten (Wo versichere ich mich am besten? Welches Carsharing-Angebot passt für mich?), so dass KI diese Infos berücksichtigen kann. Dieser Wandel interessiert mich sehr – ich bin gespannt, was die Zukunft in diesem Bereich noch bringt.
Lea, bitte vervollständige diese Sätze:
Ein guter Tag beginnt für mich mit …
Kaffee und frischer Luft
und endet am liebsten mit …
einem sternenklaren Nachthimmel.
Wenn ich nicht arbeite, findet man mich oft …
im Wald oder am Wasser.
Mein Lieblingsbuch ist …
«City of Glass» von Paul Auster.
Wenn ich mir wünschen könnte, eine Sprache sofort perfekt sprechen zu können, wäre es …
Chinesisch.
Das geht gar nicht:
Socken mit Löchern.
Das geht immer:
Schokolade.
Drei Dinge, die ich immer dabeihabe:
Handy, Kopfhörer und Sonnenbrille.
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