Zu Ostern Spannendes zur Osterinsel und was sie mit seltenen Sprachen zu tun hat

Die kleine, isoliert gelegene Insel im Südostpazifik gehört politisch zu Chile und ist vor allem durch die majestätischen Steinskulpturen – die sogenannten Moai – bekannt, die die Küste zieren. Um die rätselhaften Skulpturen kursieren verschiedene Theorien – unter anderem jene, dass die verschiedenen Clans auf der Insel so ihre Stärke markieren wollten.

Osterinsel, seltene Sprachen

Die Herkunft des Namens der Insel ist hingegen schnell erklärt: 1722 durchkreuzt ein niederländisches Expeditionsschiff den Südpazifik und stösst auf die Insel. Der Expeditionsleiter gibt ihr den Namen Osterinsel, weil er sie am Ostersonntag entdeckt hat. Die indigenen Bewohnerinnen und Bewohner nennen ihre Insel aber Rapa Nui, wie der Name ihres Volkes und der Sprache Rapanui, die sie sprechen. Und schon sind wir bei einem unserer Lieblingsthemen, der Sprache.

Rapanui – eine interessante Sprachentwicklung

Die heutige Amtssprache der Insel ist Spanisch. Bis zur Ankunft der Europäer im 18. Jahrhundert wurde auf der Insel jedoch nur die indigene Sprache Rapanui gesprochen. Rapanui ist aber auch heute noch präsent und drückt sich in zwei verschiedenen bilingualen Varianten aus. Es gibt das Rapanui-Spanisch (R1S2), das hauptsächlich von Sprecherinnen und Sprechern gesprochen wird, die vor 1975 geboren wurden und auf der Insel aufgewachsen sind. Diese Bewohnerinnen und Bewohner haben Rapanui als Primärsprache und Spanisch als Sekundärsprache. In den Siebzigerjahren fand während der Sozialisierung der Sprachwechsel von Rapanui zu Spanisch statt. Nach 1975 Geborene und auf der Insel Aufgewachsene haben deshalb eher Spanisch als Erstsprache und erhielten im Laufe der Sozialisierung Rapanui-Kenntnisse. Sie sprechen die Variante R2S1, bei der das Spanisch dominiert. Auf der Insel und dem chilenischen Festland sowie auf Tahiti und in den USA gibt es heute noch rund 3500 Menschen, die Rapanui sprechen. Die Sprache ist vom Aussterben bedroht und soll mithilfe der UNESCO und des chilenischen Bildungsministeriums für künftige Generationen erhalten werden.

Blick in die Schweiz

Auch die Schweiz und vor allem der Kanton Graubünden ist vom Aussterben einer Sprache betroffen. Seit 1938 ist Rätoromanisch neben Deutsch, Französisch und Italienisch eine der in der Bundesverfassung verankerten Landessprachen der Schweiz. Es gibt fünf verschiedene Varianten (Idiome) sowie die einheitlich verfasste Schriftsprache Rumantsch Grischun. Diese Kunstsprache bekommt aber zum Teil viel Gegenwind. Gegnerinnen und Gegnern sind der Meinung, dass sie den Idiomen schadet und diese sich nicht mehr entwickeln können. Sie erreichten unter anderem, dass in vielen Schulen, in denen Rumantsch Grischun eingeführt wurde, heute wieder die Idiome unterrichtet werden.

Trotz Fördermassnahmen wird die vierte Landessprache immer mehr vom Schweizerdeutschen verdrängt. In vielen Regionen Graubündens ist heute Deutsch vorherrschend. Bei Erhebungen des Bundesamtes für Statistik BFS gaben im Jahr 2020 nur noch 0,5 % der Schweizer Bevölkerung Rätoromanisch als ihre Hauptsprache an. Ein weiterer Grund des Rückgangs ist, dass viele Rätoromanischsprachige Graubünden aus beruflichen Gründen verlassen und sich an anderen Orten in der Schweiz niederlassen. Damit die Sprachkultur weitergelebt werden kann, gibt es in der gesamten Schweiz verschiedene Vereine, die sich das Fördern der Sprache und die Weitergabe an die nächste Generation auf die Fahne geschrieben haben.

Nun sind wir aber ziemlich abgeschweift – von Ostern über die Osterinsel ins Bündnerland. Wir hoffen dennoch, Sie fanden diesen Beitrag interessant und wünschen Ihnen frohe Ostern.

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Tina Maric
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