Äxgüsi, wie bitte?

Die Schweiz überzeugte kürzlich bei der EM mit dem Einzug ins Viertelfinale und räumte auch bei den olympischen Spielen ziemlich ab. Das hat uns hier kollektiv ordentlich aus den Socken gehauen. Was einen auch aus den Socken hauen kann, ist unser Sprachgebrauch. Ein wunderschönes Land mit vier Landessprachen. Aber unser Deutsch, Französisch und Italienisch ist nicht das Gleiche wie das unserer Nachbarländer. Mit welchen Begriffen und Ausdrücken ihr zu kämpfen haben könntet, wenn ihr jemandem aus der Schweiz zuhört oder Schweizer Texte lest und übersetzt, erklären wir euch in diesem Beitrag.

ieren oder ren?

Auf Schweizerdeutsch gehen wir gerne grillieren, aber seitwärts parkieren mögen wir nicht so. Das sind wohl die bekanntesten Beispiele, bei denen wir uns dazu entschieden haben, noch einige Buchstaben hinzuzufügen.

Nomen est omen

In der Schweiz erfinden wir auch gerne neue Nomen. Das Fahrrad wird bei uns zum Velo, die Fahrkarte zum Billett und der Gehsteig zum Trottoir. Aufmerksamen Lesern ist sicher nicht entgangen, dass wir gerne Wörter aus dem Französischen ausleihen. Jedoch würde man in Frankreich für das Fahrrad eher «bicyclette» sagen. Wir mögen es eben speziell zu sein.

 

Wir sind einfach perfekt

Eine Prise Selbstbewusstsein ist immer gut, aber ausnahmsweise meinen wir hier die grammatische Zeitform. Im «Schwiizerdütsch» verwenden wir nämlich nur das Perfekt, um etwas zu beschreiben, das bereits geschehen ist.  Ausserdem sind wir solche Sprachvirtuosinnen und -virtuosen, dass wir mit der Gegenwart die Zukunft ausdrücken können: «I go is Gschäft» kann je nach Kontext bedeuten, dass man jetzt oder morgen/übermorgen ins Büro geht.

 

If in doubt, Duden will help out

Wenn Schweizer Kolleginnen und Kollegen euch zu «Güggeli», «Cervelat» und «Härdöpfustock» einladen, dann nicht verzagen, einfach den Duden fragen. Bei diesem «Nachtessen» gibt es nämlich keine Herdäpfel-Stöcke, sondern Kartoffelbrei. «Güggeli» ist ein Brathähnchen und ist nicht zu verwechseln mit «güggsle», oder «Guggemusik». Bei der «Cervelat» könnt ihr eine Wurst auf dem Teller erwarten.

Falls ihr lieber in einem Buch als auf einer Website herumstöbert, empfehlen wir euch das Nachschlagewerk «Schweizerhochdeutsch», ebenfalls aus dem Duden-Verlag.

Alle bestehenden Freelancerinnen und Freelancer bei Apostroph haben übrigens auf dem myFREELANCE-Portal Zugang zu einer nützlichen Helvetismenliste mit den gängigsten Schweizerdeutschen Ausdrücken und der jeweiligen Entsprechung auf Hochdeutsch. Für alle anderen gibt es noch das Schweizerische Idiotikon (https://www.idiotikon.ch/).

Was sind eure Aha-Momente im Schweizerdeutschen, und welche Begriffe versteht ihr bis heute nicht? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen.

Gemeinsam Ziele erreichen