Ist es möglich, von heute auf morgen eine Fremdsprache zu beherrschen?

Ein Phänomen, bei dem es einem die Sprache verschlägt

Die Kommunikation mit Worten scheint so alltäglich und banal, dass wir oft vergessen, wie komplex der Sprachprozess eigentlich ist. Dass dieser keine Selbstverständlichkeit darstellt, wird einem erst bewusst, wenn nicht mehr alles so funktioniert wie gewohnt ...

Das Fremdsprachen-Akzent-Syndrom
Bei diesem seltenen und ein wenig drolligen Phänomen (auf Englisch: Foreign Accent Syndrome, FAS) verändern sich infolge eines Schädeltraumas Aussprache oder Sprachmelodie, die dann einem fremdsprachigen Akzent ähneln können.

Der Grund dafür ist, dass die Sprechmuskulatur nicht mehr genau gleich koordiniert wird und die neuen Bewegungskombinationen zu einer leicht veränderten Sprechweise führen. So spricht beispielsweise ein Amerikaner dauerhaft mit einem britischen Akzent.


Bonjour, how are you? Tutto bene, danke.
Die Muttersprache ist in der Regel in der linken Hirnhälfte angesiedelt, während bei Zweitsprachen – besonders wenn sie später im Leben erworben werden – die rechte Hirnhälfte aktiv ist. Wenn Patienten aufwachen und ihre Muttersprache vergessen haben, jedoch eine Zweitsprache immer noch beherrschen, kann eine Störung der linken Hirnhälfte die Ursache dafür sein. Somit springt die rechte Hirnhälfte ein, sobald die Notwendigkeit zur Kommunikation besteht. Wer zweisprachig ist, wird daher wahrscheinlich eine der beiden Sprachen verlieren, egal, wie häufig diese benutzt wurde.
Personen, die eine Sprache seit Jahrzehnten nicht mehr verwendet hatten, beherrschten diese wiederum fliessend – jedoch auf Kosten derjenigen, die sie zuvor konstant verwendet hatten.
Im Laufe der Genesung benutzten Betroffene in dem Masse, wie sie sich erholten und ihre Fähigkeiten wiedererlangten, nach und nach wieder ihre bevorzugte Sprache.

Xenoglossie oder das Wunder des Polyglottismus

Wir haben wohl alle einmal davon geträumt, einfach so von heute auf morgen eine Sprache zu beherrschen, ohne die Anstrengung unternehmen zu müssen, sie uns anzueignen. Die Xenoglossie ist ein sehr umstrittenes, eher esoterisches Phänomen: Sie bezeichnet die Fähigkeit, eine Fremdsprache zu sprechen, ohne sie gelernt oder jemals gehört zu haben. Wissenschaftlich betrachtet ist dies schlichtweg unmöglich: Um über Grundkenntnisse einer Sprache zu verfügen, muss man mit dieser in Kontakt gewesen sein, und sei es nur passiv. Schade! Das wäre auch zu schön gewesen, um wahr zu sein.
Doch es bleibt noch eine Hoffnung: War Ihr Kindermädchen vielleicht Portugiesin oder Deutsche? Dann haben Sie womöglich die Grundlagen des Portugiesischen oder Deutschen unbewusst abgespeichert und werden sich eines Tages in der Sprache des Fado oder Goethes verständigen.

Fremdsprachen und ihre Feinheiten zu erlernen, erfordert offensichtlich viel Arbeit und Geduld, kann sich jedoch als sehr nützlich oder gar notwendig erweisen. Die erstaunlichen Fähigkeiten unseres Gehirns ermöglichen uns, komplexes Wissen zu nutzen – und überraschen uns immer wieder aus Neue!

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