Der Motor, der den Content globalisiert, braucht Aufsicht

Im Jahr 2010 sagte der ehemalige Google-CEO Eric Schmidt, dass wir innerhalb von zwei Tagen dieselbe Menge an Informationen erzeugen, wie seit Anbeginn der Menschheit bis zum Jahr 2003. Diese Aussage ist elf Jahre alt und längst überholt. Heute produzieren wir dasselbe Volumen wohl an einem halben Tag oder weniger. Kein Zweifel: Die Menge an Text-Content, der jeden Tag generiert, geteilt, publiziert und (zumindest teilweise) gelesen wird, ist kaum vorstellbar. Alle Übersetzerinnen und Übersetzer der Welt könnten nur einen Bruchteil davon mehrsprachig aufbereiten.

Maschinelle Übersetzung

Lernende Systeme. Zum Glück gibt es heute Möglichkeiten, Texte sofort, immer und überall, oft gratis, in unzählige Sprachen zu übersetzen. Möglich machen das nicht etwa hochqualifizierte und erfahrene Sprachfachkräfte, sondern Maschinen. Die neue System-Generation der maschinellen Übersetzung (MÜ) «lernt» mit Deep Learning und neuronalen Netzwerken menschliche Übersetzungen zu imitieren. So etablierte sich künstliche Intelligenz in automatischen Übersetzungstools. Der Google-Translator übersetzt täglich mehr als 100 Milliarden Wörter in über 100 verschiedene Sprachen. Die Website von DeepL rangiert auf Platz 9 der meistbesuchten Webseiten der Schweiz. Maschinelle Übersetzung ist Teil unseres Alltags geworden.

Die Explosion der Textmenge, die in mehrere Sprachen übersetzt werden soll, verlangt nach solchen Tools. Die hölzernen, grammatikalisch unvollständigen, manchmal auch unfreiwillig komischen Sätze, die uns maschinelle Übersetzungssysteme bis vor einigen Jahren präsentierten, gehören der Vergangenheit an. Die Qualität verbesserte sich markant. Eine Erfolgsstory also, die uns alle in der vielsprachigen Welt bald problemlos miteinander kommunizieren lässt? Nicht ganz. Die Sache hat ihre Tücken.

Die grossen Chancen maschineller Übersetzung

  • Intelligent eingesetzt, ermöglicht MÜ effiziente Prozesse in der mehrsprachigen Kommunikation und damit ein schnelleres «Time to Market» Ihrer Botschaften.
  • Dieses Übersetzungstempo macht es möglich, dass Sie die Anzahl mehrsprachiger Texte erhöhen können. Ihr Content gewinnt an geografischer Reichweite und trifft auf grössere Zielgruppen.
  • Kein Qualitätsverlust trotz schneller Übersetzungsworkflows: Sprachprofis ergänzen die MÜ mit professioneller Nachbearbeitung, dem sogenannten Post-Editing.
  • Das optimale Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine überwindet Sprachbarrieren und fördert die interne und externe Kommunikation. Top-Technologie verbunden mit der Sprachexpertise von Branchenexperten – so tun sich ganz neue Kommunikationsmöglichkeiten auf!

Wo sind die Grenzen der MÜ, was gilt es zu beachten?

  • «Datenschutzaspekte». Vor allem bei Gratis-Diensten sind sie ein heikles Thema, denn wer diese Dienste nutzt, gibt automatisch sein Einverständnis zur Nutzung hochgeladener Daten. Bei vertraulichen oder personenbezogenen Daten gibt’s nur eins: Hände weg!
  • Firmenspezifische Sprache. Ein MÜ-System von der Stange vermag es, Ihre Corporate Language stimmig zu übersetzen. Das mag inhaltlich korrekt sein. Solche Systeme berücksichtigen aber nicht Ihre firmensprachliche Tonalität. Übersetzt wird häufig unpräzis, missverständlich und wenig elegant.
  • Semantik (Bedeutung). Maschinelle Übersetzungen lesen sich in der Zielsprache flüssig, die Bedeutung wird in komplexeren Texten aber oft nicht korrekt wiedergegeben. Semantische Fehler gehen manchmal so weit, dass die MÜ das Gegenteil des Ausgangstextes aussagt. Ohne Überprüfung und Nachbearbeitung durch Sprachprofis: ein nicht zu unterschätzendes Risiko, denn im schlimmsten Fall können gar rechtliche oder wirtschaftliche Konsequenzen folgen.
  • Kreative Sprache. Texte, die Emotionen auslösen sollen, zum Beispiel Werbetexte, erreichen allein mit MÜ selten Ihr Kommunikationsziel. Kulturelle Sprachspezifika sind wichtig, bleiben aber aussen vor. Solche Textsorten verlangen Nachbearbeitung von Sprachprofis, damit Ihre Botschaft in der Zielsprache sicher ankommt.

Fazit

Maschinelle Übersetzung ist nicht wegzudenken aus modernen Prozessen mehrsprachiger Kommunikation. Aber sie muss smart eingesetzt werden – von Sprachprofis am Steuer, mit intelligentem Post-Editing und mit Lösungen, die Datensicherheit gewährleisten und die Corporate Identity zielführend spiegeln.

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Philipp Ursprung
Head of Translation Technology
Apostroph Team Philipp Ursprung

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