ISO 18587

Was bedeutet diese Norm für Sprachdienstleister und Übersetzungsagenturen?

Die maschinelle Übersetzung (englisch: Machine Translation, MT) hat bedeutende Fortschritte gemacht. «Big Tech»-Unternehmen wie Google, Facebook, DeepL, Alibaba, Amazon, Microsoft, Salesforce usw. haben in den letzten Jahren gewaltige Summen in die Entwicklung und Weiterentwicklung von Machine Translation investiert.

Die Internationale Organisation für Standardisierung (ISO) hat in Zusammenarbeit mit Fachkräften aus der Übersetzungsbranche auf diese Entwicklung reagiert und eine neue übersetzungsbezogene internationale Norm herausgegeben:

ISO 18587, Übersetzungsdienstleistungen – Posteditieren maschinell erstellter Übersetzungen – Anforderungen.
Darin werden die Bedingungen und Anforderungen für das Editieren von maschineller Übersetzung festgelegt.

Welche Neuheiten enthält die ISO-Norm 18587 und worauf sollten Übersetzungsdienstleister und Kunden achten?

Übersetzer und Lektoren werden zu Post-Editoren

Diese Norm behandelt vorwiegend den Begriff «Post-Editing» und konzentriert sich auf Post-Editoren anstelle von Übersetzern. Streng genommen entsteht maschineller Output bereits immer dann, wenn ein Text eine erste Prüfung durch das CAT-Tool oder eine computergestützte Analyse vor der eigentlichen Übersetzung durchläuft.

Definition eines vollständigen Post-Editings vs. eines leichten Post-Editings

Die ISO-Norm 18587 unterscheidet zwischen vollständigem und leichtem Post-Editing. Ersteres ergibt ein Produkt, das mit einer Humanübersetzung vergleichbar ist. Mit letzterem entsteht ein gut verständlicher Text.

Der Endkunde bestimmt schliesslich, welche Qualität für ihn in seinem Einzelfall entscheidend ist. Kann interne Kommunikation ohne Firmenterminologie sich zum Beispiel durchaus für Machine Translation eignen, ist für Verträge, offizielle Dokumente oder Verkaufsunterlagen das vollständige Post-Editing zu empfehlen.

Schliesslich ist immer eine Datenklassifizierung notwendig, um die Vertraulichkeit und den Datenschutz von personenbezogenen Daten im Vorfeld sicherzustellen.

Post-Editoren müssen über die gleichen Qualifikationen wie Übersetzer verfügen

Gemäss der ISO-Norm 18587 werden für das Post-Editing im Sinn von ISO 17100 Fachübersetzer eingesetzt. Ein Sprachdienstleister muss aus diesem Grund nachweisen können, dass seine Post-Editoren entweder

  • einen sprachwissenschaftlichen Abschluss einer anerkannten Institution vorweisen, der zu einem erheblichen Teil aus Übersetzungskursen bestand;

  • über einen Abschluss in einer anderen Fachrichtung und zusätzlich zwei Jahre Erfahrung als Fachübersetzer oder Post-Editor verfügen oder

  • fünf Jahre Erfahrung als professioneller Fachübersetzer oder Post-Editor nachweisen können.

Pre-Editing ist ein Teil der Dienstleistung

Maschinelle Übersetzungstools werden wo sinnvoll und mit dem Endkunden vereinbart in den bestehenden Übersetzungsprozess eingebunden. Aus diesen Gründen erfordert das Editieren eines maschinellen Outputs vorgängig spezifische Kenntnisse der CAT-Tools und ein vertieftes Verständnis für die Interaktion zwischen Terminologiemanagement-Systemen. Bevor ein Text mittels Schnittstelle (API) bearbeitet werden kann, ist ein Pre-Editing durch einen Profi notwendig.

Project Manager wie auch Post-Editoren müssen umfassend geschult werden. Ein Erkennen von häufigen Fehlern der maschinellen Übersetzung ist zweitrangig, denn neuronale maschinelle Übersetzung (Neural Machine Translation) ist auch eine Art «Black Box»: Keiner weiss wirklich, was im Hintergrund alles geschieht. Viel wichtiger ist die erste Einschätzung durch den muttersprachlichen Fachübersetzer. Dieser muss beurteilen können, ob ein Post-Editing die gewünschte Textqualität erbringt oder ob eine Humanübersetzung zu empfehlen ist. Ein Gespür für Aufwand und Zeit gepaart mit Live-Tests für grosse Projekte sind unumgänglich.

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