Sign of the times

Wer hätte das gedacht: Das Schweizer Wort des Jahres ist gar keins! Und trotzdem weiss inzwischen jeder, was mit dem Zeichen # gemeint ist. Insbesondere seit der Kurznachrichtendienst Twitter es verwendet, zwitschert alle Welt fröhlich die aktuellsten News über den gut schweizerischen Gartenhag (englisch: «hashtag») hinaus. Grund genug für die aus bekannten Schweizer Autoren und Sprachkennerinnen zusammengesetzte Jury, den vier übereinandergelegten Strichlein die Ehre als Wort des Jahres zu erweisen.

Etwas weniger ehrenhaft ist dagegen das von der gleichen Jury gekürte Unwort des Jahres: Dichtestress. Das Wort stammt ursprünglich aus der Biologie und bedeutet, dass zu grosse Populationen von Tieren unter extremem Stress leiden, sodass einzelne sogar daran sterben können. Der Begriff wurde von bürgerlicher Seite aus der Tierwelt in die Politik übernommen und prägte die Diskussionen zur Masseneinwanderungsinitiative und zu Ecopop. Ebenfalls die Runde machte das Wort in der Schweiz im Zusammenhang mit Bienen – die fleissigen Honigsammlerinnen sind hierzulande derzeit so beliebt, dass es inzwischen schon ganze Imkersets für Städter gibt. Doch auch hier gilt, das gesunde Mass im Auge zu behalten. Denn wer will schon gestresste Bienenschwärme, die auf Nahrungssuche dicht an dicht um unseren Coupe Romanoff schwirren? 

Who would have thought: the Swiss word of the year isn't a word at all! Yet most people know by now what the symbol # stands for. Especially since the Twitter messaging service has been using it, the whole world is busy tweeting the latest news using hashtags preceded by the hash symbol. Reason enough for a jury of high-profile Swiss authors and linguists to make the cross-hatched hash its word of the year.

Not quite so worthy of honour, on the other hand, is the jury's least-favourite term of the year: density stress. In the natural world, density stress or "intraspecies competition" is what happens when members of the same species compete for limited resources: in extreme cases, the results can be fatal. The expression was re-purposed by the Swiss media and used in the debates surrounding the recent so-called mass migration and ecopop referendums. The expression has also been heard in connection with bees – these busy creatures are so popular in Switzerland these days that it's quite normal to see hives even in urban settings. People should retain a sense of proportion, though. After all, who wants swarms of stressed, foraging bees making a beeline for their coupe romanoff?